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Natur und Kunst im Dialog

Das Kunstschaffen des Bildhauer Karl-Heinz Sehr bewegt sich in und zwischen den unterschiedlichen Zeitebenen und immerwährenden Kraftfeldern von Sein, Werden und Vergehen, dem Geheimnis unserer menschlichen Existenz. Dabei versucht er dem Wesenhaften der Elemente, Dinge und Phänomene auf die Spur zu kommen, deren innewohnende Prozesse zu erfassen, sie in figürlichen oder abstrahierenden Metaphern zu komprimieren und sie unter materialen Aspekten neu zu definieren.
In seiner Holzbildhauerei geben Karl-Heinz Sehr oftmals die außergewöhnlichen, mitunter bizarren Strukturen der Natur oder der Charakter eines Holzes Anstoß zur gedanklichen Auseinandersetzung mit einem Thema. Die endgültige Form und Gestalt des Objektes entwickelt sich nach und nach im fortgesetzten Dialog mit dem ausgewählten Material. Stück für Stück trägt er dieses mit der Kettensäge oder dem Beitel ab, stößt dabei mit fortschreitender Arbeit immer wieder auf interessante Wuchsprinzipien und neue Besonderheiten, die ihn anregen und manchmal auch zwingen, umzudenken.
Er begibt sich somit auf meditative Entdeckungsreisen: Trockenrisse, Astlöcher und Maserungen, Abbrüche, Verfärbungen oder Fraßspuren werden zum anregenden Einstieg für die Weiterentwicklung eines gefundenen Themas. Die einmalige stoffliche Eigenart des verwendeten Rohmaterials in Verbindung mit der gedanklichen, handwerklichen und künstlerischen Transformation gibt somit seinen Holzskulpturen gerade in unserem „Zeitalter beliebiger Reproduzierbarkeit“ (W. Benjamin ) jenen lebendigen authentischen Reiz, der sie unverwechselbar macht. Zentraler Bestandteil seiner Formensprache ist u.a. immer wieder die Anordnung und Rhythmisierung von Kraftlinien zur Erzeugung von Schwingungs- und Spannungsfeldern. Über den statischen Zustand einer Momentaufnahme hinaus sollen sie seinen Skulpturen eine expressive raumgreifende Dynamik verleihen und eine positive, energetisierende Wirkung ausstrahlen. Dem Betrachter wird so die Möglichkeit eröffnet, imaginäre Deutungs- und persönliche Empfindungsräume einzubringen und sie im Dialog mit dem Kunstwerk weiter zu entwickeln.

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